1998 - 2026
Arbeitsbereiche
ein Überblick über unsere
verschiedenen Tätigkeiten
Restaurierung
Die Restaurierung ist für uns die Königsdisziplin
Für eine solche bedarf es sehr viel Erfahrung und einer großen Portion Idealismus. Eine sorgfältige Quellen- und Klangstudie ist unabdingbar.
Jede Orgel hat ihre Geschichte, die mit Menschen, Epochen und Ereignissen verbunden ist. Sie ist ein einzigartiger Zeitzeuge.
Daher spüren wir beim Arbeiten mit historischen Instrumenten Freude, Verblüffung und Anerkennung, bisweilen auch Betroffenheit und Ärger, wenn wir sehen, wie Orgelbauer an einem Werk gearbeitet haben.
Wir führen Restaurierungen unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten durch.
Das bedeutet, dass wir die originale Substanz erhalten, Materialien aus der Entstehungszeit der Orgel verwenden und damalige Arbeitstechniken anwenden. Teile, die nicht dem Original entsprechen, werden entfernt und rekonstruiert.
Alle Arbeiten und Mensuren dokumentieren wir sorgfältig.
Bei der klanglichen Rekonstruktion eines historischen Orgelwerks sind umfangreiche Forschungsarbeiten im Vorfeld vonnöten. Eine Sichtung von evtl. erhaltenen Vergleichsorgeln des entsprechenden Meisters oder dessen Lehrers ist ein wichtiger Schritt zur Ermittlung der historischen Intonationsparameter.
Die richtigen Spuren zu deuten, alte Arbeitstechniken anzuwenden, sich der Sache hinzugeben – das macht eine Restaurierung für uns so interessant.

Um / Neubauten
Für jedes Projekt die optimale Lösung
Für jedes Projekt suchen und erarbeiten wir, unter Einbezug sämtlicher Rahmenbedingungen und Anforderungen, die optimale Lösung. Ohne Kompromisse und Verzichte geht dieses nicht.
Unsere Erfahrung hilft uns, den besten Weg zu finden, um die oft sehr unterschiedlichen Ansprüche zu erfüllen. Aus umfangreichen Restaurierungen haben wir gelernt, was wir in eine neue Orgel übernehmen können. Viele Orgeln, besonders aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, haben uns aber auch gelehrt, wie wir nicht bauen sollten.
Wie bei allen Bauvorhaben fängt die Qualität bei der Auswahl der Materialien und den Arbeitstechniken an. Bei uns gilt der alte Grundsatz: Das Beste ist gerade gut genug.
Natürlich ist diese in Zeiten von schwindenden Einnahmen nicht sehr leicht und oft nicht ganz zu bewerkstelligen. Wir versuchen mit unseren Kunden gemeinsam die Möglichkeiten abzuwägen, um für alle die beste Lösung zu finden.

Überarbeitungen / Reinigungen
Jahrzehnte gehen auch an einer Orgel nicht spurlos vorbei
Abhängig von der Bauart des Instruments, den verwendeten Materialien, dem Grad der Beanspruchung der Orgel und dem Zustand der Kirche, ist in der Regel nach 20-30 Jahren an eine Überarbeitung und Reinigung des Instruments zu denken.
Für die Ermittlung der notwendigen Arbeiten nehmen wir uns viel Zeit, geht es uns nicht allein darum, die Funktion der Orgel zu gewährleisten sondern auch ihren Wert zu erhalten oder gar zu steigern. Unser Ziel ist es, neben den schon vorhandenen Mängeln auch Schwachstellen, die erst in den nächsten Jahren zu Mängeln führen, zu erfassen. Wir streben an, dem Eigentümer der Orgel schon im Vorfeld einen Überblick über alle notwendigen Arbeiten in Kenntnis zu setzen. So verhindern wir, dass eine von uns überarbeitete Orgel schon nach wenigen Jahren erneut gravierende Mängel aufweist.

Intonation
Der letzte und ausschlaggebende Arbeitsabschnitt
Die Intonation ist der letzte und ausschlaggebende Arbeitsabschnitt einer Orgel.
Bei dieser wird jede einzelne Stimme ihrem Charakter, dem Umfang der Disposition und den akustischen Verhältnissen der Kirche entsprechend zum Klingen gebracht.
Unsere Vorbilder sind die alten Meister der Intonationskunst. Sie haben uns zwei Grundarten der Intonation hinterlassen.
• Barocke Intonation:
Es wird angestrebt, die Pfeife frei und natürlich sprechen zu lassen. Um die Führung einzelner Stimmen klar darstellen zu können, ist die Ansprache bzw. Artikulation der Pfeife deutlich, lebendig und schnell. Man sucht den Punkt der größtmöglichen Resonanz. Jeder Ton behält sein Eigenleben, ohne die Charakteristik des Registers zu verlassen. Intonationshilfen wie Kernstiche oder Bärte werden nur in begrenztem Umfang eingesetzt, um die Ansprache zu verbessern und Nebengeräusche zu reduzieren. Dadurch bleibt der Obertonreichtum der Pfeife erhalten.
• Romantische Intonation:
Ziel ist es, der Pfeife einen statischen, kräftigen Ton zu geben, um homogene und nuanciert abgestufte Register zu erhalten, mit denen man große kompositorische Linien und Klangflächen darstellen kann. Intonationshilfen werden in erheblichem Umfang und sehr differenziert zur Tongestaltung eingesetzt. Dadurch ist die Ansprache der Pfeife nicht mehr so deutlich und artikuliert, ihr Obertonreichtum nimmt ab, und die Register wirken in sich sehr homogen.
Bei Überarbeitungen von Neubarocken Instrumenten stellt sich immer die Frage, ob die Klanggestaltung bestehen bleiben soll oder eine Neuintonation nach alten Intonationstechniken angelegt werden soll. Diese Instrumente haben eine sehr spitze Klangpyramide mit wenig Baßfudament und ausgeprägten Schärfe. Die Stimmen klingen charakterlos, zum Teil auch hart und der gesamt Eindruck ist sehr dünn und kalt. Geschichtlich hat dieses keine Vorbilder und behindert das adäquate Spiel von großen Bereichen der Orgelliteratur.
Bei vielen Orgeln aus dieser Zeit haben wir eine Neuintonation angelegt. Das Ergebnis: Jede Pfeife bekommt ihren zugehörigen Charakter mit einer schnellen und klaren Ansprache. Insgesamt führt dieses zu einem vollen, wärmeren und prägnanten Klang.
Wir stellen alle Arten von Stimmungen zur Verfügung, von der Mitteltönigen über eine Vielzahl von unleichstufigen ( wohltemperierten ) Stimmungen bis hin zur gleichstufigen Temperierung.

Pflege & Stimmung
Wir nehmen die Orgelpflege sehr ernst
Wir nehmen die Orgelpflege sehr ernst und behandeln sie nicht als Nebengeschäft.
Eine regelmäßige Pflege dient nicht nur zur Erhaltung der Klangschönheit und technischer Perfektion, sonder auch zur Werterhaltung eines Instrumentes.
Jede Orgel ob sie von uns gebaut, restauriert, überarbeitet oder uns in Obhut gegeben wurde liegt uns sehr am Herzen. Diese Arbeiten werden von den erfahrensten Orgelbauern ausgeführt.
Den Zustand der Orgel sowie Veränderungen festzuhalten, es dem Eigentümer zu vermitteln ist uns sehr wichtig.
Gemeinsam mit Ihnen können wir etwas tun, um diese wertvollen Instrumente lange in ihrer Schönheit und ihrem einzigartigen Klang zu erhalten.

Sicherungsmaßnahmen
Fachgerecht gesichert
Bei Beschädigungen des Gebäudes sowie bei Baumaßnahmen muss die Orgel fachgerecht gesichert werden.
Um geeignete Maßnahmen zum Schutz des Instruments treffen zu können benötigen wir einen Überblick über die bevorstehenden Arbeiten und den vorgesehenen Zeitrahmen. Neben den häufigsten Gefahrenquellen für Orgeln (Staub, herabfallende Baumaterialien, Farbe, Feuchtigkeit und Nässe) beziehen wir auch einen möglichen unsachgemäßen Umgang der Gewerke während der Bauarbeiten mit Leitern und Gerüsten mit ein.
Es hat sich bewährt, Gedanken, Zeit und Material in die Sicherungsmaßnahmen zu investieren, fallen Kosten in einem Schadensfall doch häufig um ein vielfaches höher aus.

Schimmelbehandlung
Vermehrter Schimmelbefall zu beobachten
In den letzten Jahren ist ein vermehrter Schimmelbefall in Kirchenorgel zu beobachten.
Die Ursachen des Befalls sind sehr unterschiedlich und selten auf nur einen Auslöser zurückzuführen. Erst nach einer sorgfältigen Prüfung aller Faktoren unterbreiten wir Ihnen einen Sanierungsplan, der den Ablauf und die zur Verwendung kommenden Mittel beschreibt.
Eine sehr ausführliche Studie über Schimmelbildung, dessen Entstehung, Ursachen, Auswirkung und Beseitigung wurde von KMD Burkhart Goethe erarbeitet.
Diese können Sie hier herunterladen.

Schädlingsbehandlung
Häufig unbemerkt
Häufig bemerkt der Orgeleigentümer nicht, dass Orgelteile von Holzschädlingen befallen sind. Anzeichen können im Klang stumpf und matt werdende Holzpfeifen oder Holzmehlhäufchen auf Pfeifenstöcken oder Prospektkanten sein.
Wir prüfen zuerst sorgfältig, welche Teile wo in der Orgel befallen sind.
Sind Einzelteile wie Dachbretter, Holzpfeifen oder Schleierbretter betroffen werden diese ausgebaut und entsprechend behandelt oder ausgetauscht.
Beim Befall der gesamten Orgel empfehlen wir eine Fachfirma, die das Instrument mit Sulfuryldifluorid begast. Dieser Wirkstoff hinterlässt keine Rückstände und greift die Materialien nicht an. Im Anschluss reparieren oder erneuern wie die nicht mehr funktionstüchtigen Orgelteile.

Gutachten
Wir erstellen Orgelgutachten aller Art
Sei es zur Ermittlung von Schäden, anstehenden Reparaturen oder eine Gesamteinschätzungen über den Zustand des Instrumentes.
Einschätzungen über den Wert einer Orgel geben wir gerne ab, allerdings ist dieses wegen der zur Zeit stark überwiegende Angebote und wenig Nachfrage sehr schwierig.
Gutachten werden nach den jeweiligen Aufwand in Rechnung gestellt.
Möchten Sie Ihr Instrument verkaufen, präsentieren wir dieses unter unserer Rubrik Orgel aus 2. Hand. Dazu besuchen wir Ihre Orgel, verschaffen uns ein Überblick über den Zustand und nehmen die wichtigsten Daten auf.
Bei erfolgreicher Vermittlung stellen wir 10% des Verkaufspreises zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer in Rechnung.

