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BleifraßBleifraß

Ich möchte Ihnen einen Überblick über die in den letzten Jahren vermehrt aufkommenden Schäden an historischen Orgelpfeifen geben. Betroffen sind davon besonders die Orgeln der norddeutschen Orgelbautradition, da diese einen sehr hohen Anteil an Blei haben.

 

Unsere Beobachtungen und Einschätzungen zu den Zerstörungsprozessen wurden von Prof. Jan-Erik Svensson (Göteborg/Schweden) und der Universität Bologna (Italien) bestätigt: Die in modernen Weißleimen enthaltene Essig- und Ameisensäure sowie die Polyvenylsäure zerstören das Blei.

Auch vakuumgetrocknetes oder zur falschen Zeit geschlagenes Eichenholz enthält viele natürliche Säuren. Wird dieses als Stockholz verwendet, schädigt es das Pfeifenwerk.

 

Ich sehe mich als Restaurator in der Pflicht darauf hinzuweisen, dass es, gerade in einer Zeit, in der sparen oft an erster Stelle steht, bei historischen Instrumenten neben einer sachgemäßen, die alten bewährten Handwerkstechniken und Materialien einbeziehenden Restauration, keine alternativen Verfahren gibt. Nur auf diese Art kann wertvolles historisches Kulturgut bewahrt werden.

 

Nach meiner Verselbständigung 1998 weise ich auf diese Problematik hin und wir haben diese alten Techniken konsequent bei Restaurierungen angewendet. Es kommen mondgeschlagenes, luftgetrocknetes Eichenholz sowie Knochenleime und Leder nach alter Gerbungsart zum Einsatz. Bei Neubauten werden wir keine Pfeifenstöcke aus Eichenholz mehr anfertigen, sondern auf Esche umstellen.

 

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Bleikorrosion

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